Interview mit Elooac Transportsysteme

“Wenn eine Idee scheitert, mache ich etwas Neues” 

Von unserem Redaktionsmitglied LISSI WALKUSCH

Rietberg (gl). Gut vier Jahre ist es her, da hat Carsten Böttcher den entscheidenden Schritt gewagt. Eigentlich wollte sich der 52-Jährige aus Rietberg im Bereich Glasbau selbstständig machen. Doch es kam anders. „Mir war aufgefallen, dass zum Beispiel Fensterbauer Probleme haben, die Metallgestelle für den Transport wieder zurückzubekommen”, sagt er. Und schon war die Idee für ein zusammenfaltbares Holzgestell geboren, das nun unter dem Namen Eloorac vertrieben wird.

Wollen Unternehmensgründern und solchen, die es werden wollen, Mut machen: Carsten Böttcher, Gründer der Firma Eloorac, und Aleksandra Blagojevic von Pro Wirtschaft GT.
Wollen Unternehmensgründern und solchen, die es werden wollen, Mut machen: Carsten Böttcher, Gründer
der Firma Eloorac, und Aleksandra Blagojevic von Pro Wirtschaft GT. / Bild: Walltusch

„Ich hatte am Anfang total unterschätzt, wie viel Zeit das kostet”, sagt Böttcher. Dabei war Selbstständigkeit für den 52-Jährigen schon zu Beginn der Firmengründung kein Fremdwort. Nach seinen zwei Lehren als Holzbearbeitungsmechaniker und Tischler kam er mit CAD (rechnerunterstützte Konstruktion und Arbeitsplanung) in Berührung. Vor gut 20 Jahren begann er freiberuflich als Objekt- und Ladenbauer zu arbeiten. „Ich war quasi eine One-Man-Show”, sagt Böttcher.

Welche Hürden Unternehmensgründer manchmal nehmen müssen, soll auch beim siebten Gründerforum von Pro Wirtschaft GT am Dienstag, 24. September deutlich werden. Ab 17 Uhr diskutieren Unternehmer und solche, die es noch werden wollen, im Schloss Möhler in Herzebrock-Clarholz. Solche Geschichten wie die von Carsten Böttcher sollen Mut machen. „Wenn eine Idee scheitert, mache ich einfach etwas Neues”, sagt der 52-Jährige. Er habe immer den Drang, etwas Neues zu entwickeln.

Eloorac – das wollte Böttcher zunächst nur für ein Jahr einmal ausprobieren. „Ich dachte, ich mache das System bekannt und dann kann ich davon leben”, erinnert er sich schmunzelnd. Aber allein die Entwicklung zog sich über mehr als zwei Jahre hin. „Ich bin immer wieder zu Kunden gefahren, die dann noch Änderungswünsche hatten, an die ich vorher gar nicht gedacht hatte”, sagt er.

Und dann kam die Patentierang für das System. Für Europa, China und den US-amerikanischen Markt kam da schnell eine große Summe zusammen. „Ohne finanzielle Rücklagen oder einen Investor ist das nicht zu schaffen”, ist sich Böttcher sicher.
Wer sich selbstständig machen will, braucht laut dem Rietberger vor allem Geduld „und danach Durchhaltevermögen”. Außerdem sei es wichtig, einen guten Internetauftritt zu haben. „95 Prozent meiner Kunden finden mich über die Internetseite”, sagt er. Viele Bilder seien das A und O.

Bericht der Zeitung "Die Glocke" über den Eloorac Transportsysteme Gründer Carsten Böttcher

System soll durch Einfachheit überzeugen

Rietberg (lw). Aber was ist nun das Besondere an Eloorac? “Fensterbauer haben ein großes Problem mit dem Transport”, sagt Carsten Böttcher. Das Glas werde auf einem Metallgestell gebracht. Wenn es leer sei, nehme es immer noch so viel Platz weg, dass es von einem Lastwagen wieder abgeholt werden müsse. “Das kostet die Firmen Zeit und Geld. Und sie müssen Fahrer haben, die nicht leicht zu finden sind”, berichtet der Rietbarger. Die Geduld der Beteiligten sei schnell am Ende. Denn die Bauherren seien von dem herumstehenden Metallgerüst oftmals genervt. sodass sie es entweder einfach auf die Wiese schmissen oder zu Geld machten.
„Dadurch entsteht der Glasindustrie jährlich ein Schaden von fünf Millionen Euro”, so Böttcher. Seine Gestelle seien hingegen aus Holz, könnten platzsparend auseinandergenommen werden und seien robust. “Sie können gesammelt werden und wieder zum Fensterbauer zurückgebracht werden.”

Der Rietberger hat sich aber nicht auf das Gestell-System fixiert. Er hat auch Rollen entwickelt, die kurzerhand an Europaletten montiert werden können und sich genauso schnell wieder lösen lassen. Auch einen Palettenheber hat er konstruiert. „Bei uns ist alles einfach. Kompliziert können wir nicht”, sagt er.

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